Reisebericht Cuba Rock`n Roll Ride 2014



 

Cuba Erkundungstrip 2014 … oder „ Rock`n Roll Ride 2014“


Entdeckungstour von 4 Freunden (Sami, Jens, Karsten und Wolf) mit unserem kubanischen Freund und Guide Luisito durch fast ganz Cuba von Havanna nach Baracoa    (übers Wasser sind es noch 125 km bis Haiti) und zurück. Alles in allem waren es knapp 3000 km.

Für mich der krasseste Trip (mit meinem Bike), den ich bisher erlebt habe.

Die Idee war, mit unseren eigenen Bikes, die wir mit East Ride Tours per Container von Deutschland per Schiff nach Havanna transportiert haben, eine Erkundungstour durch den Großteil von Cuba zu machen – Straßen, Städte, Landschaften und vor allem die Leute aus eigener Erfahrung kennen zu lernen. Die Tour startete am 18. Januar in Havanna und sollte letztendlich am 09. Februar auch dort wieder enden. Die Etappen waren zeitlich grob geplant: Havanna - Cienfuegos - Ciego de Avila - Manzanillo - Santiago de Cuba - Baracoa in beinahe äußersten Osten Cubas („point of return“) - zurück über Santiago de Cuba - Camagüey - Santa Clara - Cardenas/Varadero (wo wir das 2. jährliche Biker Treffen besuchten) - Havanna. Unterkunft suchten und fanden wir immer spontan und privat, kubanisch: casa patricular (i.W. Casa).

So ging’s also los, wir alle schwer gespannt und natürlich gut gelaunt, klasse Wetter. Auf der ersten Etappe von Havanna nach Cienfuegos ging auch alles gut. Außer das ich mir letztendlich den Gepäckträger ruiniert habe – schöner Mist, aber man lernt ja. Ansonsten, prima Casa und super nette Cubanos, wie eigentlich überall, egal wo wir auch waren. Die meisten Casas waren übrigens weitaus besser als die Hotels, die wir von vorherigen Touren kennen. Wir mussten auch auf der ganzen Reise im Gegensatz zu sehr vielen Cubanos nie Hunger leiden. Im Gegenteil, es gab immer reichlich für uns (natürlich auch eine Frage der Kohle). Aber was viel bedeutsamer ist, alles schmeckte total anders. Egal ob Schwein oder Huhn, absolut natürlicher Geschmack – nix da mit genetisch malträtiertem und antibiotika-versumpftem Fleisch – mir fehlt’s noch heute.

Aber zurück zum Trip. Nächste Etappe: Ciego de Avila. Eine wunderschöne entspannte Fahrt – besser geht’s kaum! Zwischendurch ein kurzer Stopp bei der Familie der kubanischen Frau eines deutschen Freundes. Alle sehr warmherzig – wir kommen kaum weg da. Gut in Ciego an- und untergekommen,
ein paar kühle Getränke gezogen und noch die halbe Nacht von unseren Tageserlebnissen geplaudert. Die Eindrücke waren so überwältigend, dass man erst Abends dazu kam das alles zu verarbeiten. Auch unsere Bikes standen immer hervorragend.


Aber weiter geht’s – auf nach Manzanillo! Auf einem kurzen Zwischenstopp in Las Tunas, unmittelbar vor eine Schule, bringen wir unerwartet mit unserem Aussehen und unseren Motoren ein paar Mädchenklassen regelrecht zum Ausflippen – Küsschen und Liebesgrüße schwirren durch die Luft. Besser geht’s nicht für Jungs wie uns … haha. Aber Beschissener, wie wir gleich im Anschluss erfahren durften: heftige Regenschauer … und noch kurz vorm Ziel ein Platter bei Sami. Na gut, gehört ja alles dazu – haben wir auch mit vorsorglich von Sami mitgebrachtem Tirefit hinbekommen. Ziemlich nass und saudreckig angekommen war’s dann ok für uns. Solche Tage gibt’s nun mal. Übrigens den Rest der Tour ca. 2500 km hat bis auf 3x Luft nachpressen der Reifen mit Tirefit gut gehalten.

So, jetzt kommt’s - am nächsten Tag: DIE Etappe nach Santiago de Cuba. Der Reiseführer versprach „etwas“ anspruchsvolle Straßen und supertolle Landschaften. Letzteres stimmte total! Ersteres war aber die Untertreibung des Jahrhunderts. Durch den Wirbelsturm Sandy waren große Teile der Küstenstraße förmlich verschwunden und besseren Trampelpfaden gewichen. Ganz Brücken waren nicht mehr passierbar … Auf der Karte sah es so geil aus ……..

Jungs … fragt nicht, wie wir angekommen sind. Wir haben uns auch aus anderen Gründen für einen vollen Tag Aufenthalt in Santiago entschieden, was sich auf die eine oder andere Weise gelohnt hat.
Tzzzzz…


Nun ging‘s aber richtig los – an einem so richtig heißen Tag über die berüchtigte Passstraße „La Farola“ nach Baracoa. Wer sich und sein Bike mal so ganz easy „um die Ecke“ bringen will … bitte schön, hier die passende Gelegenheit, und noch dazu mit fantastischer Aussicht! Ich empfehle … einfach mal da langfahren. In Baracoa nahmen wir uns ebenfalls einen Tag Zeit zu entspannen: mit rustikalem „Strand Café“ in super Landschaft und … wie immer mit netten Leuten.

Nach einem Tag Pause ging’s zurück über die gleiche Strecke, vorbei an einem völlig unscheinbaren (niemand auf dieser Welt würde bis dahin den Begriff verwenden) „Restaurant“, wo aber innerhalb von 2-3 Minuten das Essen der Wirtsleute selbst auf unserem Tisch stand – wie immer, geschmacklich nicht zu übertreffen. Wir waren aber trotzdem ziemlich „k.o.“ mittlerweile von allem (Strecke – Klima – etc.). Also, ein weiterer voller Tag in Santiago … schön entspannen und „mal ‘n bissl gucken“. Interessant auch, der von den Kubanern hochgesicherten, Eingang zu der bekannten und leider immer noch von den Amis besetzten Guantanamo Bay. Man kommt da natürlich nicht rann.

Weiter geht es zurück, diesmal über Camagüey und Santa Clara. Ich mach es mal kurz: es war wieder beinahe alles dabei. Mädelsschule in Las Tunas, Kerzenwechsel, Reifenschicksale, Trucker-Rowdies, Dicker Lippe nach Steinschlag und auch sonst so das übliche. Aber das Wetter hielt zum Glück.

Ich kürz mal ab an dieser Stelle. EIN Höhepunkt: das 2. Biker Treffen in Varadero, wo wir viele nette Typen und Harlistas von Cuba getroffen haben und wunderschöne alte Harleys sahen. Ein Muss, wenn man Biker und zugleich auf Cuba ist . Über das Biker Treffen will ich an dieser Stelle nicht weiter erzählen. Es gibt bessere Berichte dazu.

Etwas zerschunden, mit doch recht geringfügigen Spuren für die Verhältnisse von Cubas Straßen, aber überglücklich wenn zugleich auch wehmütig endet die Reise wieder in Havanna. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass es uns warmherzig aufgenommen hat. Alles in allem war es, hier nur ansatzweise aber sonst … unbeschreiblich.

RRR-Cuba-2014rb

Unsere Gemeinschaft – zu „Besuch“ bei den „Freunden“ (v.l.n.r. Sami, Luisito, Jens, Wolf und Karsten)



Wer aber mehr über unserer Reise mit absolut passenden Bildern und auch über die Harlistas und deren Geschichte erfahren möchte, dem empfehle ich die Reisebeschreibung „HARLISTAS IN DER KARIBIK“ aus der Buchreihe „Backroad Diaries“ von Jens Fuge …

 
Harlistas in der Karibik, 25 Euro, nur bei www.backroad-diaries.de und www.amazon.de


 

 
 

 

Dieser Beitrag wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung von Jens Fuge und Sam Stirl … von Wolf


Harlistas in der Karibik-205x300
 

 

 





   
   
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen